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Idiopathische Skoliose – die verkrümmte Wirbelsäule

Idiopathische bzw. strukturelle Skoliose – was tun, wenn die Wirbelsäule verkrümmt ist

Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Auch die Wirbelkörper sind meist bei einer Skoliose verdreht. Betroffene leiden unter Schmerzen im unteren Rücken und sind in ihrer Bewegung eingeschränkt.  Allerdings ist Skoliose keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Für die Entstehung der Wirbelsäulenverkrümmung kommen viele verschiedene Auslöser infrage.

Leiden Sie unter einer idiopathischen Skoliose und haben schon etliche Behandlungsmethoden versucht, jedoch haben weder Schmerzmittel noch ein Korsett geholfen

Wie Sie die Verkrümmung erkennen und sie mit alternativer Medizin behandeln können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhalt:

  1. Was ist Skoliose?
  2. Aufbau der Wirbelsäule
  3. Skoliose-Formen
  4. Idiopathische Skoliose bei verschiedenen Altersgruppen
  5. Krümmungsmuster bei idiopathischen Skoliosen
  6. Symptome
  7. Ursachen für idiopathische Skoliosen
  8. Diagnose
  9. Behandlung der idiopathischen Skoliose

Was ist Skoliose?

Skoliose bezeichnet eine dauerhaft bestehende seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Dabei sind die Wirbelkörper dreidimensional verdreht bzw. verstellt. Sie betrifft den ganzen Rücken, also verläuft die Wirbelsäule von der Halswirbelsäule (HWS) über die Brustwirbelsäule (BWS) bis hin zur Lendenwirbelsäule (LWS) nicht gerade. Auch betroffen können die Übergangsbereiche zwischen verschiedenen Wirbelarten sein. Insgesamt handelt es sich also um eine Störung in der Körperstatik.

Die Bezeichnung der Krankheit „Skoliose“ kommt aus dem Griechischen. „Skolios“ bedeutet „krumm“. Die Krümmung findet jedoch nicht nach vorn und hinten bzw. leicht s-förmig geschwungen statt, sondern zur Seite.

Anhand eines Röntgenbilds bestimmt der Arzt, wie stark die Krümmung der Wirbelsäule ausgeprägt ist. Die Wirbelsäule kann sich links oder rechts verkrümmen. Die gesamte Wirbelsäule  ist in ihrer Längsachse und die einzelnen Wirbelknochen sind in sich verdreht. Die Ärzte sprechen dabei von einer Rotation bzw. Torsion. Am Scheitelpunkt der Skoliose ist die Rotation am stärksten. An den Enden des verkrümmten Abschnittes der Wirbelsäule nimmt die Rotation wieder ab.

Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern entstehen Spannungs- und Druckkräfte durch die unterschiedlich starke Verdrehung. Dadurch ist der Wirbelkörper auf der nach außen gewölbten Seite höher als auf der nach innen gezogenen Seite. Das Gleiche ist auch bei den Bandscheiben zwischen den Wirbelknochen der Fall. Das Resultat: Ein dauerhaft fixierter Schiefwuchs.

Aufbau der Wirbelsäule

Etwa 33 Wirbelknochen bilden eine gesunde Wirbelsäule:

  • 7 Halswirbel
  • 12 Brustwirbel
  • 5 Lendenwirbel
  • 5 miteinander verwachsene Kreuzbeinwirbel
  • (etwa) 4 ebenfalls verschmolzene Steißbeinwirbel

Knochenfortsätze verbinden die Wirbelkörper mit den danebenliegenden Wirbeln und Rippen. Wenn die Wirbelsäule von der Seite betrachtet wird, hat sie eine Form von einem doppelten „S“, da sich die Hals- und Lendenwirbelsäule jeweils nach vorne und die Brust- und Sakralwirbelsäule (Kreuzbein) nach hinten wölben. Von hinten betrachtet, bildet die Wirbelsäule mit ihren Dornfortsätzen eine gerade Linie. Die Wirbelkörper sind gleichermaßen aufeinander, wobei zwischen jeweils zwei von ihnen eine Bandscheibe als Stoßdämpfer liegt.

Symptome

Die Skoliose-Symptome sind vielfältig – sowohl sichtbar als auch unsichtbar. Das Ausmaß hängt von der Schwere und Art der Skoliose ab. Bei leichten Skoliose-Fällen ist die Verkrümmung kaum zu sehen. Sie machen zu mal Probleme. In schwereren hingegen sind die anatomischen Verformungen deutlich zu erkennen. Außerdem haben schwere Skoliose-Fälle Auswirkungen auf die Wirbelsäule und sogar Organe: Die Betroffenen haben Rückenschmerzen und es kommt früh zu Verschleißerscheinungen an den Wirbeln. Die Fehlstellung verschlimmert sich mit der Zeit. Bei starker Verformung können Herz, Lunge, Verdauungsorgane und die Nieren in ihrer Funktion in Mitleidenschaft gezogen werden.

Egal wie leicht oder schwer die Skoliose vorliegt, muss sie behandelt werden! Je länger man die Behandlung vor sich herschiebt, desto wahrscheinlicher treten im Krankheitsverlauf Schmerzen auf. Wie ausgeprägt die Symptome sind, hängt von dem Fortschritt der Verkrümmung ab.

Skoliose-Symptome, die man mit bloßem Auge erkennen kann, sind:

  • unterschiedlich hoch/tief stehende Schultern
  • ein schiefer Rücken
  • schiefes oder an einer Seite hervorragendes Becken
  • herausragendes Schulterblatt
  • schief gehaltener Kopf

Bei idiopathischen Skoliose-Patienten können am Rücken Rippen hervorstehen. Diese sogenannten „Rippenbuckel“ treten oft bei einer ausgeprägten Skoliose auf. Das passiert, da sich die Neigung der Wirbelsäule auf die Rippen auswirkt, da sie an den Wirbelkörpern befestigt sind. Die sichtbaren Veränderungen zeigen sich in der Regel nicht auf einmal, sondern schleichend und schrittweise mit fortschreitender Skoliose.

Im Krankheitsverlauf haben die Betroffenen immer größere Schwierigkeiten, den Rücken gerade zu halten. Er nimmt auch beim Sitzen, Laufen und Stehen eine gekrümmte Haltung ein. Das Gefühl von Taubheit und Lähmung können weitere Symptome sein. Starke Rückenschmerzen treten als Folge von Bewegung in Erscheinung. Auch eine Störung der Reflexe ist bei einer zunehmend ausgeprägten Skoliose zu beobachten.

Ursachen für idiopathische Skoliosen

Bei ca. 90 Prozent aller Skoliosen kann auf den ersten Blick nicht direkt erkannt werden, was die Ursache ist, was auch als idiopathisch bezeichnet wird. Es gibt keinen ersichtlichen Grund für die Erkrankung. Folgende können die mögliche Ursache sein:

Fehlbildungsskoliose
Experten bezeichnen diese Form als kongenitale Skoliose. Sie ist auf angeborene, genetisch bedingte Fehlbildungen einzelner Bereiche der Wirbelsäule zurückzuführen, z.B.

  • keilförmige Wirbelkörper (unterschiedliche Randhöhen)
  • gespaltene oder halb ausgebildete Wirbelknochen
  • angeborene Fehlbildungen der Rippen (Synostosen)
  • Defekte im Rückenmarkskanal (z. B. Diastomatomyelie)

Myopathische Skoliosen
Bei der myopathischen Skoliose sind Muskelerkrankungen, z.B. vererbbare Muskelschwächekrankheiten, die Ursache. Die Muskeldystrophie „Duchenne“ ist am häufigsten. Bei der wird ein bestimmtes Muskeleiweiß nicht gebildet. Daher leiden Kinder bereits im frühen Alter an Muskelschwäche und Muskelschwund. Im Verlauf dieser Muskeldystrophie entwickeln mehr als die Hälfte der Betroffenen eine Skoliose. Schwere Fälle einer Arthrogryposis  führen auch zu ausgeprägten Skoliosen. Es handelt sich dabei um eine angeborene Gelenksteife, die durch Veränderungen der Sehnen, Muskeln und des Bindegewebes entsteht.

Neuropathische Skoliosen
Ursache für die fehlgewachsene Wirbelsäule ist eine gestörte Nervenversorgung im Bereich des Rückens. Das bedeutet, dass Schäden im Nervensystem bei dieser Skoliose-Form zu einer schiefen Wirbelsäule führen. Muskeln können dann nicht mehr die Wirbelsäule stabilisieren, wodurch ein Ungleichgewicht entsteht. Daher krümmt sich die Wirbelsäule in die Richtung der schlaffen Muskeln.

Unter anderem führen diese Erkrankungen des Nervensystems zu einer (neuropathischen) Skoliose:

  • virale Rückenmarksentzündungen (Myelitis)
  • Myasthenia gravis (Muskellähmung)
  • neurodegenerative Krankheiten mit Schädigung und Verlust von Nervenzellen (z. B. spinale Muskelatrophie mit Rückgang der zweiten Nervenbahn zur Muskulatur)
  • frühkindliche Hirnschädigungen (z. B. infantile Zerebralparese)
  • bös- oder gutartige Wucherungen (z. B. spinale Tumore)
  • Höhlenbildungen im Rückenmark durch Hirnwasserstau (Syringomyelie)

Eine „echte“ Skoliose ist laut Experten vererbbar. Bei vielen Fällen zeigt sich ein familiär gehäuftes Auftreten. Zumindest steigt das Risiko, eine Skoliose zu entwickeln, wenn enge Verwandte ebenfalls betroffen sind. Unter eineiigen Zwillingen erkranken bei bis zu 70 Prozent der Fälle beide an einer Skoliose. Da Skoliosen mit steigendem Alter zunehmen,  haben letztlich auch Abnutzungserscheinungen einen entscheidenden Einfluss.

Behandlung der idiopathischen Skoliose

Eine strukturelle Skoliose lässt sich auf verschiedene Wege behandeln. Das Krankheitsbild kann mit Krankengymnastik, Korsett oder operativ verbessert werden. Je nach Ausmaß, Ursache und Lage der Skoliose richtet sich die Wahl der Behandlungsform. Außerdem hängen auch das Alter und die körperliche Verfassung davon ab. Die Therapie sollte direkt nach der Diagnose beginnen. Im Kindes- und Jugendalter erfolgt eine neurologische Behandlung in Form von Stimulationen.

Krankengymnastik wird bei leichten Skoliose-Erscheinungen empfohlen. Stärkere Formen behandeln Ärzte mit einem Skoliose-Korsett und sehr starke mit einer Operation. Ziel ist es, mit der Behandlung für eine Zurückbildung oder zumindest keine Verschlechterung der Skoliose zu sorgen. Sobald diese anschlägt, sorgen weitere Behandlungsschritte für den Erhalt des Erfolgs.

Wenn Skoliose die Folge einer Erkrankung ist, wird diese mitbehandelt. Insbesondere Fehlbildungen und Krankheiten, die das Fortschreiten der Verkrümmung verschlechtern könnten. Hat ein Patient beispielsweise unterschiedlich lange Beine, versucht man, diese Differenz mit speziellen Schuhen auszugleichen.

Schmerztherapie
Schmerzmittel in Tabletten-Form werden üblicherweise dafür eingesetzt, um Skoliose-Schmerzen im Rücken, Nacken und Schultern zu behandeln. Auch Wärmepflaster können gegen den Schmerz helfen. Spritzen in den Rücken, die örtlich betäuben, wenden Ärzte nur bei schweren Schmerzen an.

Die Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) hilft auch gegen die Schmerzen einer Skoliose. Bei dieser Elektrostimulation werden Elektroden auf der Haut über der Schmerzstelle angebracht. Diese setzen dann elektrische Impulse frei, die auf die tiefer liegenden Nerven wirken. Die Schmerzübertragung dieser an das Gehirn wird gehemmt.

Übungen
Krankengymnastische Übungen eignen sich als Skoliose-Therapie von leichten Verkrümmungen. Sie korrigieren die Körperhaltung. Aber es gibt auch Übungen, die Betroffene zu Hause durchführen kann.

Übungen als Teil der Skoliose-Therapie sollen

  • die Körperhaltung verbessern
  • Krümmungen nach vorn und hinten beseitigen
  • die Lungen- und Herzfunktion steigern
  • die Muskulatur kräftigen

Es gibt viele Übungsmethoden, um Skoliose zu behandeln.

Alternative Medizin
Einer Möglichkeit die Skoliose zu therapieren liegt auch in der alternativen Medizin. Therapeuten wenden Akupunktur als Teil der Skoliose-Therapie an. In der klassischen Akupunktur werden feine Nadeln genutzt, die dafür bestimmt sind, Punkte am Körper zu stimulieren und so einen Energiefluss in Gang zu setzen, um Krankheiten zu behandeln. Diese soll die Schmerzen lindern.

Die amerikanische Chiropraktik ist eine Behandlungsmethode, die am effektivsten bei der Behandlung von den Schmerzen hilft. Chiropraktik wirkt einer zunehmenden Verkrümmung und damit Verschlimmerung entgegen, sodass Skoliose und die damit verbundenen Probleme gemindert werden können.

Diese Behandlungsmethoden wenden wir auch bei uns im Naturheilzentrum WirbelDOC an. Wir sind Spezialisten in der amerikanischen Chiropraktik, ganzheitlichen Schmerztherapie und Akupunktur. Für weitere Informationen und Terminvereinbarungen schreiben Sie uns gerne oder rufen Sie uns an.

info@wirbeldoc.de

0221 – 80144960

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